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Mit der Haesler-Stiftung gegen die WBG-Pläne?

Celler Kurier, 1. September 2002

CELLE. In einer Stellungnahme kritisiert die "otto haesler initiative" (ohi) die neuen Pläne der Städtischen Wohnungsbau GmbH (WBG) für das Blumläger Feld.
"Die WBG will die vom bekannten Architekten der 20er Jahre, Otto Haesler, konzipierten Häuser am Hugoweg (Blumläger Feld) spätestens im Juni 2003 abreißen. Der otto haesler initiative (ohi) liegt ein Brief aus dem niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst vor, nach dem es gar nicht sicher ist, dass die dazu notwendige Abrissgenehmigung auch erteilt wird. Deshalb hofft die Initiative, dass der Denkmalschutz doch noch eine Chance hat.
Sicherlich hat der von der WBG vorgelegte Entwurf seine Qualitäten - wenn er an anderer Stelle verwirklicht würde. Die Frage ist jedoch, warum man das Original zerstört und sich mit Neubauten vielleicht irgendwie "im Geiste Haeslers" zufrieden geben soll. Die parallel dazu liegende Hauszeile am Rauterbergweg hat bereits durch den umstrittenen Umbau des Archtikten Ivan Kozjak ihre Eigenschaft als Baudenkmal verloren.

Die Stadt Celle und ihre Otto-Haesler-Stiftung, deren Vorstand auch Dr. Wulf Haack und Siegfried Hildebrandt von der WBG angehören, haben sich als Ziel gesetzt, das Erbe Otto Haeslers zu erhalten. Mit dem Abriss des Hugoweges würde aber nicht irgendein Haus verschwinden, sondern ein wichtiger Teil einer Siedlung, die das Endglied der drei bahnbrechenden, in Celle errichteten Haeslersiedlungen (Italienischer Garten, St. Georg Garten und Blumläger Feld) bildet. Die Initiative hat die städtische Haesler-Stiftung gebeten, sich hier für den Erhalt des Baudenkmals einzusetzen, um gemeinsam mit der Initiative gegen die WBG-Pläne vorzugehen, zumal das Schicksal der WBG, deren Verkauf bereits öffentlich diskutiert wird, ungewiss ist.
Das Blumläger Feld wird in der öffentlichen Meinung in Celle fast immer unterschätzt. Auf der international anerkannten docomomo-Liste für die wichtigsten Bauten des 20. Jahrhunderts wird es an 27. Stelle weltweit geführt! Der bereits eingetretene Imageverlust der Stadt Celle durch die umstrittenen Umbauten am Rauterbergweg wird sich in der Fachwelt durch diesen Abriss noch vergrößern.

Die Angabe der WBG, dass die Statik der Haeslerschen Stahlskelettkonstruktion einen denkmalgerechten Umbau unmöglich macht, ist eine bloße Meinung. Es gibt Aussagen mehrerer Fachleute, dass eine Erweiterung der Wohnungen durch Zusammenlegung von Raumelementen innerhalb des zu erhaltenden, größtenteils intakten Stahlskeletts durchaus möglich ist - in Verbindung mit der Verbesserung der sanitären Einrichtungen.

Die ohi bedauert, dass die städtische WBG, nachdem ihr umstrittenes Gesamtkonzept für das Blumläger Feld gescheitert ist, nun am Hugoweg nichts anderes als den Totalabriss plant. Ständig wiederholte Begriffe von "alten Kisten" oder "diesen Dingern" von Seiten der Geschäftsführung haben schon erkennen lassen, dass der architektur- und sozialgeschichtliche Wert der Siedlung von dem Eigentümer leider nicht angemessen bewertet wird."